Babylon

Created on February 23rd, 2017. 9 members

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Im Rahmen eines von der DFG finanzierten, innovativen Forschungsprojektes „Die Babylon-Sammlung des Vorderasiatischen Museums zu Berlin: eine wissenschaftssystematische Untersuchung zur sammlungsbezogenen Grundlagenforschung in Museen“ (kurz: Babylon-Projekt) unterziehen derzeit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Vorderasiatischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin sowie des Instituts für Altorientalistik der Freien Universität Berlin die Babylon-Sammlung des Vorderasiatischen Museums einer eingehenden Analyse. Das Babylon-Projekt wird in Kooperation mit der Deutschen Orient-Gesellschaft durchgeführt.

Die Objekte der Berliner Babylon-Sammlung wurden zwischen 1899 und 1917 im Rahmen regulärer archäologischer Grabungen unter der Leitung von Robert Koldewey geborgen und befinden sich aufgrund von Fundteilungsvereinbarungen seit 1927 in Berlin.
Darüber hinaus ist ein großer Teil der Grabungs- und Inventarisierungsdokumentation erhalten, darunter Tagebücher, Fotografien, Packlisten, Karten, Teilnachlässe der Ausgräber und Architekturpläne. Auch diese werden im Vorderasiatischen Museum sowie vor allem im Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin und im Archiv der Deutschen Orient-Gesellschaft aufbewahrt.

Das Babylon-Projekt – mit vollem Namen „Die Babylon-Sammlung des Vorderasiatischen Museums Berlin: Eine wissenschaftssystematische Untersuchung zur sammlungsbezogenen Grundlagenforschung in Museen“ – ist als Pilotprojekt angelegt. Ziel ist es, die tausenden Objekte und Archivdokumente aus und zu Babylon systematisch zu erfassen, für die zukünftige wissenschaftliche Erforschung aufzubereiten und sammlungstechnisch zu strukturieren.

Tausende von archäologischen Objekten aus drei Jahrtausenden, darunter mit Keilschrift beschriebene Tontafeln, Alltagskeramik und Schmuck, sowie die zugehörige Grabungs- und Sammlungsdokumentation werden gesichtet, in ihre Fundzusammenhängen gestellt und geordnet. Dabei wird auch die Objekthistorie der Artefakte nachverfolgt, von ihrer Herstellung bis zu ihrem heutigen Aufbewahrungsort im Museum. Kleinere Fallstudien zu typischen Fundstrukturen sowie ein Austesten der Möglichkeiten der Präsentation der Forschung im musealen Kontext runden das Ganze ab.
So soll einerseits die wissenschaftliche Voraussetzung für längerfristig angelegte und international vernetzte Forschungsvorhaben zur Kulturgeschichte des antiken Babylons geschaffen werden; andererseits wird anhand des Materials die sammlungsbezogene Grundlagenforschung in Museen analysiert und weiterentwickelt.

Das Babylon-Projekt steht unter der gemeinsamen Leitung von Eva Cancik-Kirschbaum (Professorin für Altorientalistik, Freie Universität Berlin), Markus Hilgert (Direktor des Vorderasiatischen Museums Berlin) und Joachim Marzahn (Honorarprofessor für Altorientalistik, Freie Universität Berlin).