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Tidbits: TerraX & Co. zu Babylon

Der Mythos Babylon und die Schriften in der Bibel regten schon immer das Interesse und die Phantasie der Menschen an. 

Immer wieder sind daher die Stadt, ihre Könige, die Erforschung, aber auch die Rezeptionsgeschichte Babylons Gegenstand von populärwissenschaftlichen Dokumentationen.


Terra X: „Babylon Tower - Götterthron am Euphrat“ (1999)


Sphinx: “Mythos Babylon – Nebukadnezar” (2003)


Geo Epoche: „Die Hängenden Gärten von Babylon“ (2013)


Tidbits: Diskussionsrunde zu Babylon bei SWR2

Der Orient-Exzess: Das Babylon-Fieber im Deutschen Kaiserreich (2017, SWR2).

Es diskutieren: Dr. Dr. Margarete van Ess - Deutsches Archäologisches Institut Berlin, Leiterin der Orientabteilung, Prof. Dr. Joachim Marzahn - Altorientalist und Archäologe, stellv. Vorsitzender der Deutschen Orientgesellschaft, Prof. Dr. Andrea Polaschegg - Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, Universität Graz Gesprächsleitung: Lukas Meyer-Blankenburg.

Tidbits: Neuere Presseartikel zu Babylon

Prachtvolles Ischtar-Tor. Babylon in Berlin (2016, Spiegel Online)

Da lag es, das uralte Babylon: Ein viele Meter tiefes Labyrinth aus Abertausenden Lehmziegeln, ockerfarben und staubig vom Sand der irakischen Wüste. Dieser Anblick war 1914 der Lohn für 15 Jahre Ausgrabungsarbeit, die der Archäologe Robert Koldewey und sein Assistent Walter Andrae hinter sich hatten.



Babylon - Was 2700 Jahre alte Keilschriften über die Zukunft verraten (2016, Spiegel Online)

Es sei faszinierend, sagt der Geophysiker Duncan Agnew von der University of California in San Diego. "Da haben einige Leute vor 2500 Jahren Zeichen in Ton geritzt, und heute schreiben Kollegen darüber eine Studie zur Rotation der Erde". Die Tontafeln gingen verloren, erst im 19. Jahrhundert haben Archäologen sie im Irak ausgegraben.

Tidbits: Bildersammlungen zu Babylon

Babylon war außerhalb von Ausgrabungen ein beliebtes Reiseziel und Gegenstand von  Kartierungen. So sind innerhalb des letzten Jahrhunderts wertvolle fotografische Dokumentationen in und um Babylon entstanden, die in Momentaufnahmen die Entwicklung des Ortes und seiner Umgebung zeigen. Einige Online-Repositorien sammeln solche Aufnahmen und gewähren uns so seltene Einblicke.


Babylon in der OAID Oxford Archaeology Image Database


Babylon im Air Survey Photographs-Bestand der UCL Institute of Archaeology: an archaeological reference collection of Royal Air Force aerial imagery from 1918–1939. (Die Foto-Alben sind bei Flickr hinterlegt)




Das antike Babylon

Babylon war im Altertum eine der größten Städte der damals bekannten Welt. Es lag am Euphrat, heute ca. 90 km südlich von Bagdad, und wurde bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. gegründet. Hauptstadt eines babylonischen Reiches wechselnder Größe und Geschichte wurde Babylon im 18. Jh. v. Chr. und behielt diese Stellung bis zur Eroberung durch die Perser 539 v. Chr. In den Jahrhunderten danach verlor es an Bedeutung, bis es letztlich wohl im 4. Jh. n. Chr. aufgegeben wurde und verfiel.

Die Ruinen der Stadtanlage aus dem 6. Jh. v. Chr, der letzten Blütezeit Babylons - bis heute in einer Ausdehnung von etwa 1,5 km2 (Gesamtanlage) bzw. 2,7 km2 (Altstadt) erhalten -, beherrschen noch immer das Gelände nahe der irakischen Stadt Hillah.

In Europa durch die biblische Überlieferung berühmt, wurde Babylon früh Ziel von Reisenden und ab Anfang des 19. Jh. auch unter dem Aspekt biblischer Angaben ein Objekt archäologischer Untersuchungen. Erst die zwischen 1899 und 1917 laufenden ersten wissenschaftlichen Ausgrabungen durch deutsche Forscher veränderten nachhaltig das Bild der antiken Metropole und ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung. Sie rückte von Rand antiker literarischer Betrachtung ins Zentrum des realen historischen Geschehens im Altertum über mehr als 2500 Jahre. Die Ausgrabungen, später fortgeführt durch deutsche, italienische und irakische Fachleute, haben erst einen geringen Teil der Ruinen erschlossen.

Das babylonische Reich im 1. Jt. v. Chr.Das babylonische Reich im 1. Jt. v. Christus
(Quelle: http://www.epoc.de/fm/912/thumbnails/Babylon-Karte_EMDE.jpg.692723.jpg)

Der Stadt Babylon und ihrem Umfeld in Mesopotamien verdankt jedoch jetzt schon die Moderne ein reiches Erbe u.a. an baugeschichtlicher, wirtschafts- und rechtshistorischer, literarischer und naturwissenschaftlicher Überlieferung, deren Erforschung bei weitem nicht abgeschlossen ist. Die daneben existierende, durch antike Autoren sowie die drei großen Weltreligionen geförderte sekundäre Kulturtradition gehört jedoch ebenfalls zum reichen Erbe Babylons in der heutigen Welt.

Text von J. Marzahn