Das Babylon-Projekt
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Das Babylon-Projekt – mit vollem Namen „Die Babylon-Sammlung des Vorderasiatischen Museums Berlin: Eine wissenschaftssystematische Untersuchung zur sammlungsbezogenen Grundlagenforschung in Museen“(06/2016-04/2020) – ist als Pilotprojekt angelegt. Ziel ist es, die tausenden Objekte und Archivdokumente aus und zu Babylon systematisch zu erfassen, für die zukünftige wissenschaftliche Erforschung aufzubereiten und sammlungstechnisch zu strukturieren. 

Im Rahmen eines von der DFG finanzierten, innovativen Forschungsprojektes unterziehen derzeit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Vorderasiatischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin sowie des Instituts für Altorientalistik der Freien Universität Berlin die Babylon-Sammlung des Vorderasiatischen Museums einer eingehenden Analyse. Als Kooperationspartner steht dem Projekt hierbei die Deutsche Orient-Gesellschaft Berlin zur Seite.

Rekonstruiertes Ziegelrelief eines Muschchuschu-Drachen vom Ischtar-Tor.

Die Objekte der Berliner Babylon-Sammlung wurden zwischen 1899 und 1917 im Rahmen archäologischer Grabungen unter der Leitung von Robert Koldewey geborgen und befinden sich aufgrund von Fundteilungsvereinbarungen seit 1927 in Berlin. Nach neuesten Erkenntnissen des Babylon-Projektes wurden auf der Grabung in Babylon insgesamt etwa 77.500 Objekte aus drei Jahrtausenden ans Licht gebracht, darunter mit Keilschrift beschriebene Tontafeln, Alltagskeramik und Schmuck. Davon befinden sich knapp 30.000 heute in Berlin im Vorderasiatischen Museum.
Darüber hinaus ist ein großer Teil der Grabungs- und Inventarisierungsdokumentation erhalten, darunter Tagebücher, Fotografien, Packlisten, Karten, Teilnachlässe der Ausgräber und Architekturpläne. Auch diese werden im Vorderasiatischen Museum sowie vor allem im Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin und im Archiv der Deutschen Orient-Gesellschaft aufbewahrt. Die Dokumentation umfasst etwa 8.000 Einzelarchivalien.

Nach derzeitigem Stand (Sommer 2018) werden mit Ablauf des Projektes etwa 15.000 der knapp 30.000 in Berlin befindlichen archäologischen Objekte sowie die zugehörige Grabungs- und Sammlungsdokumentation von dem Mitarbeiterteam gesichtet, in ihre Fundzusammenhänge gestellt und geordnet worden sein. Dabei wird auch die Objekthistorie der Artefakte nachverfolgt, von ihrer Herstellung bis zu ihrem heutigen Ausbewahrungsort im Vorderasiatischen Museum. Kleinere Fallstudien zu typischen Fundstrukturen sowie ein Austesten der Möglichkeiten der Präsentation von Forschung im musealen Kontext werden das Ganze abrunden. So soll einerseits die wissenschaftliche Voraussetzung für längerfristig angelegte und international vernetzte Forschungsvorhaben zur Kulturgeschichte des antiken Babylons geschaffen werden; andererseits wird anhand des Materials die sammlungsbezogene Grundlagenforschung in Museen analysiert und weiterentwickelt.

Das Babylon-Projekt steht unter der gemeinsamen Leitung von Eva Cancik-Kirschbaum (Professorin für Altorientalistik, Freie Universität Berlin), Markus Hilgert (Direktor des Vorderasiatischen Museums Berlin, bis. 30.04.2018) bzw. Lutz Martin (Stellvertretender Direktor des Vorderasiatischen Museums Berlin, seit 01.05.2018) und Joachim Marzahn (Honorarprofessor für Altorientalistik, Freie Universität Berlin; Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Orient-Gesellschaft).

Das Babylon-Projekt wird gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

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